Sie freuten sich als hätten Sie die Meisterschaft gewonnen, als die Männer der TSG Siegen ihr erwartet schweres Spiel in Halver bei der SGSH 3 bestritten und mit 25:22 erfolgreich beendet hatten. Die Erleichterung war den Spielern anzumerken und sie konnten sich durchaus freuen, denn mit einer bärenstarken Abwehrleistung gegen die athletisch und schnell spielende Mannschaft aus Schalksmühle drückte die TSG ihrem Spiel den Stempel auf.

Beide Mannschaften kamen schwer in die Gänge. Nach einer anfänglichen Abtastphase, in der das Tempo nicht allzu hoch war, gestaltete sich ein knappes und kampfbetontes Spiel. Eine tief stehende 6:0 Deckung der Hausherren sollte den groß gewachsenen Spielern der TSG eigentlich liegen, jedoch kamen die Rückraumspieler nicht richtig in Tritt. Steffen Löcherbach machte es Mitte der ersten Halbzeit vor. Mit viel Engagement nahm sich der Rückraum-Linke ein Herz und zeigte welch Potential in ihm steckt indem er ein den Ball zweimal in Folge in die Maschen jagte. Die Feinabstimmung im Angriff war zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen. Einige Pässe flogen ins Seitenaus und man konnte die gute Abwehrarbeit mit einem starken Torhüter Alex Michaelis nicht mit einem größeren Vorsprung als zwei Tore belohnen. So ging es mit einer knappen 13:12 Führung zum Pausentee.

Pausentee wohl eher Espresso.

Während der Pause motivierte Spielertrainer Matthias Schuß seine Spieler genau an diese gute Leistung der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Daher ging es nach nur kürzester Zeit wieder aus dem Kabinengang in die Halle um schnell weiterzuspielen. Die Expressansprache in der Kabine hatte gefruchtet und in der Abwehr wurde weiterhin gut verschoben und der nun eingewechselte Torhüter Florian Schneider wurde entgegen des Spiels vor Wochenfrist gut unterstützt und konnte so einige Bälle entschärfen. Was in der Abwehr gut lief hatten die Spieler auf der Platte jedoch im Angriff vergessen und fanden nicht mehr die Mittel um die Deckung der Gastgeber zu überwinden. Geschah dieses scheiterte man am Keeper der SGSH 3. In dieser Phase, die bis zur 40 Minute andauerte lag man mit 17:14 im Hintertreffen und den mitgereisten Zuschauern der TSG kam es wie ein Dejá Vu vor. Hatte man in der letzten Woche ebenfalls solch schwache 10 Minuten die die Niederlage besiegelte. An diesem Spieltag aber kam die Mannschaft wieder in Tritt und traf wieder den Kasten. Tot um Tor holten die Siegerländer auf und als die Führung mit 19:18 wechselte sah sich der Trainer der Gastgeber gezwungen sein Team in einem Team-Time Out neu einzustellen.

Der Time Out verpuffte jedoch sofort wieder und die TSG sorgte mit einem schnellen Konter zum 20:18 für Ernüchterung. Nun stellte auch die TSG ihr Deckungssystem um. Mit einer 5:1 Deckung zog man dem Gegner den Zahn und lies in der Folge nur noch 4 Treffer in 15 Minuten zu. Die zwei-Tore-Führung hatte zum Leidwesen der Zuschauer auch bis zur 58 Minute sich so eingestellt, da es die Gäste ein ums andere Mal frei vorm Keeper scheiterten. So kam es zur vielleicht spielentscheidenden Szene als die Gastgeber einen schnellen Ballgewinn in einen Tempogegenstoß münzten und am ebenfalls sehr gut aufgelegten Florian Schneider scheiterten. Im Team-Time-Out durch Matthias Schuß wurde klar gestellt das man bis zum passiven Vorwarnzeichen spielt um die letzten 1:30 Minuten maximal einen Gegenangriff zu bekommen. Ein bis dato gut aufgelegter Patrick Dobak nahm sich den Ball entgegen der Ansprache und warf den Ball von kleinem Winkel von links außen aufs Tor und scheiterte. Der schnelle Angriff der Schalksmühler wurde unterbunden und bei der Restspielzeit von 30 Sekunden war der Sieg den Krönchenstädtern nicht mehr zu nehmen.

„Ich muss jedem meiner Mannschaft ein Kompliment zusprechen. Die tolle Abwehrarbeit hat richtig Spaß gemacht und die Jungs haben ihren ersten Erfolg in der neuen Spielklasse. Hier gewinnt auch nicht jeder. Ein besonderes Lob geht an unsere Torhüter die mit 30% und sogar 44 % gehaltenen Bällen herausragten“, zog Spielertrainer Matthias Schuß sein Fazit.

TSG Siegen

Alex Michaelis (TW), Flo Schneider (TW), Steffen Löcherbach (4); Hendrik Völker (2/1); Matze Schuss (4); Mats Ole Masuhr (2); Patrick Dobak (7); Simon Richter (2); Moritz Jüngst; David Moos (1); Kai Czyrni (2); Fabian Schell (1)

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